Adviterra-Club zum Thema KI in der Wirtschaft
16. März 2026
Adviterra-Club zum Thema KI in der Wirtschaft
Künstliche Intelligenz ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Sie hält nach und nach Einzug in alle Bereiche der Wirtschaft – von der Datenanalyse über das Marketing bis hin zur Prozessautomatisierung in Unternehmen. Viele Unternehmer suchen jedoch nach wie vor nach einer Antwort auf die Frage, wie sie diese sinnvoll einsetzen können. Wo liegt ihr tatsächlicher Nutzen, und wo kann sie im Gegenteil mehr Probleme als Vorteile mit sich bringen?
Genau diesem Thema widmete sich der jüngste Adviterra-Club, der diesmal einen Blick auf künstliche Intelligenz aus verschiedenen Blickwinkeln bot. Dabei ging es nicht nur um technologische Werkzeuge oder konkrete Anwendungen. Die Diskussion konzentrierte sich auch darauf, wie KI unsere Denkweise, unsere Entscheidungsfindung und unsere Arbeitsweise in Unternehmen verändert.
Das Abendprogramm bot eine Mischung aus philosophischen Betrachtungen zur Technologie, praktischen Erfahrungen aus der Unternehmenswelt sowie konkreten Anleitungen für den effektiven Umgang mit KI-Tools. In den einzelnen Programmpunkten wurde nach und nach aufgezeigt, wo künstliche Intelligenz Unternehmen tatsächlich helfen kann und wo kritisches Denken weiterhin gefragt ist.
KI und unser Denken: Warum es wichtig ist, sie vernünftig einzusetzen
Den ersten Teil des Abends eröffnete Martin Poliačik, der das Thema künstliche Intelligenz aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel beleuchtete. Anstelle von technischen Details konzentrierte er sich darauf, wie KI unser Denken und unsere Entscheidungsfindung beeinflusst.
Laut Poliačik ist die heutige Generation die erste in der Geschichte, die im Laufe eines einzigen Lebens mehrere grundlegende technologische Revolutionen bewältigen muss. Veränderungen, die früher über Jahrzehnte hinweg stattfanden, vollziehen sich heute innerhalb weniger Monate. Neue Werkzeuge der künstlichen Intelligenz können die Arbeit in vielen Bereichen erheblich beschleunigen – von der Forschung über die Datenanalyse bis hin zur Texterstellung oder Programmierung.
Dies bringt jedoch gleichzeitig auch eine neue Herausforderung mit sich. Wenn wir beginnen, einen Teil der geistigen Arbeit systematisch auf die Technologie zu übertragen, kann dies die Art und Weise beeinflussen, wie wir denken. Unser Gast wies in diesem Zusammenhang auf Forschungsergebnisse hin, die vom sogenannten kognitiven Schulden sprechen. Dabei handelt es sich um eine Situation, in der der Mensch bei der Arbeit mit KI aufhört, sein eigenes Denken einzubringen, und sich allmählich daran gewöhnt, dass ein Teil der Entscheidungsfindung von der Maschine übernommen wird.
Ein ähnliches Phänomen kennen wir bereits aus anderen Bereichen. So haben beispielsweise Navigationsgeräte in Autos dazu geführt, dass viele Menschen heute nicht mehr ohne GPS durch die Stadt kommen, obwohl sie dort schon seit Jahren leben. Wir haben uns einfach davon abgewöhnt, einen Teil der Fähigkeiten zu nutzen, die wir früher für selbstverständlich hielten.
Laut Herrn Poliačik geht es daher nicht darum, künstliche Intelligenz abzulehnen. Wichtig ist, zu lernen, mit ihr so umzugehen, dass sie unsere Fähigkeiten unterstützt und nicht ersetzt. In diesem Zusammenhang stellte er das Konzept der hybriden Intelligenz vor, das die Stärken des Menschen und der Technologie miteinander verbindet.
Künstliche Intelligenz ist in der Lage, große Datenmengen zu verarbeiten, Recherchen durchzuführen oder Informationen zu strukturieren. Der Mensch spielt jedoch nach wie vor eine entscheidende Rolle bei der Interpretation, beim kreativen Denken und bei der Entscheidungsfindung. Die besten Ergebnisse entstehen daher, wenn diese beiden Formen der Intelligenz zusammenwirken.
Ein wichtiger Grundsatz bei der Arbeit mit KI ist laut Herrn Poliačik auch der sogenannte „Human-First“-Ansatz. Das bedeutet, dass jede Arbeit mit KI mit eigenem Nachdenken beginnen sollte. Bevor man die künstliche Intelligenz nach einer Lösung fragt, sollte man zunächst selbst eine grundlegende Sichtweise oder Lösungsrichtung definieren. Erst danach ist es sinnvoll, KI als Werkzeug einzusetzen, das dabei hilft, Ideen weiterzuentwickeln, zu präzisieren oder zu überprüfen.
Ein solcher Ansatz trägt dazu bei, ein Gleichgewicht zwischen dem Einsatz von Technologie und der Entwicklung des eigenen Denkens zu wahren. Genau darin liegt eines der größten Paradoxe der künstlichen Intelligenz: Sie kann uns erheblich helfen, aber nur dann, wenn wir sie bewusst und kritisch einsetzen.
KI in der Unternehmenspraxis: Wo bringt die Technologie einen echten Mehrwert?
Martin Skakala
An den eher philosophischen Ansatz von Martin Poliačik knüpfte natürlich Martin Skakala an, der eine praktische Perspektive aus der Unternehmenswelt einbrachte. Er konzentrierte sich vor allem darauf, wo künstliche Intelligenz in Unternehmen einen echten Mehrwert bietet und wie sie so implementiert werden kann, dass sie Ergebnisse liefert.
Laut Skakal stehen viele Unternehmen heute unter dem Druck, künstliche Intelligenz einzusetzen, wissen aber oft nicht genau, wo sie anfangen sollen. In der Geschäftswelt trifft er daher auf zwei Extreme: Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die KI ignorieren, und auf der anderen Seite Organisationen, die versuchen, ohne klare Strategie mit einer Vielzahl von Tools zu experimentieren.
Seiner Meinung nach liegt der Schlüssel zum erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen darin, zunächst die eigenen Prozesse zu verstehen. Erst wenn ein Unternehmen über klar definierte Systeme und eine digitale Infrastruktur verfügt, ist es sinnvoll, mit der Implementierung von Automatisierung oder KI-Agenten zu beginnen. Wird dieser Schritt übersprungen, bringt die Technologie oft nicht den erwarteten Effekt.
Einer der Bereiche, in denen sich künstliche Intelligenz in Unternehmen bereits heute als äußerst effizient erweist, ist die Arbeit mit Dokumenten und Daten. Erwähnt wurde beispielsweise der Einsatz von KI bei der Bearbeitung von Rechnungen oder Buchhaltungsbelegen. Moderne KI-Systeme sind in der Lage, ein Dokument einzulesen, dessen Struktur zu erkennen und eine Buchungsmethode vorzuschlagen. Wenn ein Mensch das Ergebnis korrigiert, speichert das System die Korrektur und wendet den Vorgang bei einem ähnlichen Beleg automatisch an.
Solche Lösungen können Routineprozesse, die heute in Unternehmen viel Zeit in Anspruch nehmen, erheblich beschleunigen. Gleichzeitig verdeutlichen sie jedoch ein wichtiges Prinzip der Arbeit mit KI: Die Technologie verbessert sich vor allem dann, wenn sie mit dem Menschen zusammenarbeitet und aus dessen Entscheidungen lernt.
Martin Skakala stellte zudem ein interessantes Tool für Unternehmen vor, die eine Digitalisierung in Betracht ziehen. Es handelt sich um einen KI-Agenten, der anhand grundlegender Unternehmensdaten den Digitalisierungsgrad des Unternehmens analysieren und Empfehlungen erstellen kann, in welchen Bereichen die Digitalisierung das größte Potenzial hat. Ein solcher Bericht kann Unternehmern dabei helfen, Bereiche zu identifizieren, in denen es sich lohnt, mit der Automatisierung oder der Implementierung von KI zu beginnen.
Gleichzeitig betonte er jedoch, dass KI kein Selbstzweck sein sollte. Zunächst muss man verstehen, welches Problem das Unternehmen lösen möchte, und erst danach nach einer Technologie suchen, die dabei helfen kann.
KI-Agenten und Prozessautomatisierung in Unternehmen
Slavomír Krafčík (Shifra)
An den praxisorientierten Vortrag von Martin Skakala schloss sich Slavomír Krafčík an, der sich in seinem Vortrag auf konkrete Möglichkeiten konzentrierte, wie künstliche Intelligenz Unternehmen bei der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen unterstützen kann.
Er hat gezeigt, dass KI heute nicht mehr nur ein Werkzeug zur Generierung von Texten oder Bildern ist. Sie wird zunehmend auch bei der Unternehmensanalyse, der Datenverarbeitung und der Automatisierung interner Prozesse eingesetzt.
Ein Beispiel hierfür ist ein KI-Agent, der ein Unternehmen anhand der verfügbaren Daten analysieren und einen Überblick über dessen digitale Reife erstellen kann. Ein solches Tool kann beispielsweise den Grad der Prozessdigitalisierung, den Umgang mit Daten oder die technologische Infrastruktur des Unternehmens bewerten. Auf dieser Grundlage erstellt er anschließend Empfehlungen, wo die Digitalisierung das größte Potenzial hat, einen echten Mehrwert zu schaffen.
Laut Slavomír Krafčík hilft genau dieser Ansatz Unternehmen dabei, fundiertere Entscheidungen darüber zu treffen, wo sie mit der Einführung neuer Technologien beginnen sollten. Viele Organisationen investieren nämlich in die Digitalisierung, ohne einen klaren Überblick darüber zu haben, welche Prozesse das größte Verbesserungspotenzial aufweisen.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Automatisierung von Prozessen mithilfe von KI und Integrationswerkzeugen, beispielsweise über die Plattform Make. Durch die Vernetzung verschiedener Systeme können Unternehmen eine Vielzahl von Routineaufgaben automatisieren – von der Dokumentenverarbeitung bis hin zum Datenaustausch zwischen einzelnen Anwendungen.
Solche Lösungen ermöglichen es beispielsweise, ein Dokument automatisch zu verarbeiten, die erforderlichen Informationen daraus zu extrahieren und diese anschließend in interne Systeme zu übertragen. Das Ergebnis ist eine erhebliche Zeitersparnis und gleichzeitig eine Verringerung des Risikos von Fehlern, die bei der manuellen Datenverarbeitung entstehen.
Slavomír betonte jedoch gleichzeitig, dass die erfolgreiche Implementierung von KI in Unternehmen nicht nur eine Frage der Technologie sei. Ebenso wichtig seien das Verständnis der Prozesse und die Fähigkeit, die Aufgaben zu identifizieren, die das größte Potenzial für eine Automatisierung bieten. Denn genau dort kann künstliche Intelligenz den größten Mehrwert schaffen.
Sein Vortrag zeigte somit, dass KI ein leistungsstarkes Instrument für die Digitalisierung von Unternehmen sein kann, wenn sie richtig in bestehende Prozesse und Systeme eingebunden wird.
KI im Marketing: Wie man mit Prompts arbeitet und hochwertige Inhalte erstellt
Braňo Šimášek (Stella Digit)
Der abschließende Fachvortrag des Abends wurde von Braňo Šimášek von Stella Digit gehalten, der sich auf die praktische Anwendung künstlicher Intelligenz im Marketing und bei der Erstellung von Inhalten konzentrierte. Er zeigte, dass KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini heute die Erstellung von Texten, Ideen und Marketingkampagnen erheblich beschleunigen können – entscheidend ist jedoch nicht das Tool selbst, sondern die Art und Weise, wie wir damit arbeiten.
Laut Braňo machen viele Unternehmen bei der Arbeit mit KI denselben Fehler: Sie erwarten, dass das Tool ohne klare Vorgaben automatisch qualitativ hochwertige Inhalte erstellt. In der Praxis hängt die Qualität des Ergebnisses jedoch immer von der Qualität der Eingabe ab. Genau deshalb ist es wichtig, Prompts – also die Vorgaben, die wir der künstlichen Intelligenz geben – richtig zu formulieren.
In der Marketingpraxis hat es sich seiner Meinung nach bewährt, mit sogenannten Master-Prompts zu arbeiten – also vorgefertigten Vorlagen, die die Rolle der KI, den Kommunikationsstil, das Ziel des Textes sowie die Struktur der Ausgabe festlegen. Ein solcher Ansatz ermöglicht es Unternehmen, einen eigenen KI-Assistenten zu erstellen, der beispielsweise bei der Erstellung von Artikeln, Social-Media-Beiträgen, Werbetexten oder Marketinganalysen helfen kann.
Interessant war auch die Vorstellung von Tools, mit denen man eigene, auf eine bestimmte Marke zugeschnittene KI-„Assistentinnen“ erstellen kann. In einem solchen Fall kann die KI beispielsweise den Kommunikationsstil des Unternehmens, die Marketingstrategie oder interne Dokumente nutzen und Inhalte generieren, die der Realität des Unternehmens besser entsprechen.
Gleichzeitig wies er jedoch auf eine wichtige Regel hin: KI sollte nicht die einzige Informationsquelle sein. Bei Themen, die Fakten, Rechtsvorschriften oder Fachdaten beinhalten, ist es immer notwendig, mit verifizierten Quellen oder eigenen Daten zu arbeiten. Künstliche Intelligenz kann bei der Textstruktur, bei Ideen oder der Formulierung von Gedanken erheblich helfen, doch die Verantwortung für die Richtigkeit des Inhalts liegt immer beim Menschen.
Braňo hat zudem gezeigt, dass KI die Arbeit von Marketingteams erheblich beschleunigen kann. Sie hilft dabei, Ideen zu entwickeln, Artikelentwürfe zu erstellen, Inhalte zu analysieren oder verschiedene Textvarianten zu testen. Wenn sie richtig eingesetzt wird, kann sie Unternehmen viel Zeit sparen und es ihnen ermöglichen, sich auf strategischere Aufgaben zu konzentrieren.
KI in Unternehmen: Eine Technologie, die helfen soll, nicht ersetzen
Der Adviterra-Club hat gezeigt, dass künstliche Intelligenz bereits heute einen entscheidenden Einfluss darauf hat, wie Unternehmen mit Daten, Inhalten und internen Prozessen umgehen. Gleichzeitig gilt jedoch, dass ihr größter Nutzen dann zum Tragen kommt, wenn sie richtig mit menschlichem Denken, Erfahrungen und Entscheidungsfindung verknüpft wird.
Aus den Beiträgen der einzelnen Gäste ging hervor, dass KI bei der Datenanalyse, der Prozessautomatisierung oder der Erstellung von Inhalten eine große Hilfe sein kann. Ebenso wichtig ist es jedoch, kritisch zu bleiben und die Technologie als ein Werkzeug zu betrachten, das unsere Fähigkeiten erweitert, und nicht als Ersatz für eigene Entscheidungen.
Auch aus diesem Grund konzentrierte sich die Diskussion über künstliche Intelligenz im Adviterra-Club vor allem auf die praktische Anwendung von KI in Unternehmen und darauf, wie man das Beste daraus machen kann, ohne dabei das eigene Urteilsvermögen zu verlieren.
Wenn Sie sich für das Thema interessieren und sich die einzelnen Vorträge in voller Länge ansehen möchten, finden Sie hierdie vollständige Aufzeichnung des Adviterra-Clubs .
Wir freuen uns darauf, Sie beim nächsten Adviterra-Club begrüßen zu dürfen.